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The Album Leaf

The Album Leaf

Sukilove

 

11.03.10 - Lido / Berlin

Konzert-Bericht:  Alex P.

Foto: Bandfoto

 

 

 

Haken wir erstmal schnell die Vorband ab: Sukilove aus Antwerpen hatten musikalisch eher wenig zu bieten. Ihr zerfaserter Indie-Rock mit Groove- und Noiseelementen konnte mich keine fünf Minuten fesseln. Den Gesang der beiden Gitarristen, die häufig Ihre schrägen Licks einfach mitträllerten, könnte man als ziemlich anstrengend bezeichnen. Der Rest des Publikums schien dann auch ähnlich unbegeistert zu sein wie ich. Obwohl der Laden ausverkauft war, lauschten dem Set der Belgier keine 100 Leute, und auch die hielten großen Abstand zur Bühne und klatschten sehr verhalten.

Als gegen 21:30h allerdings Jimmy LaValle & co. die Bühne betraten, war der Saal pickepacke voll, und die Band wurde mit überschwenglichem Applaus begrüßt. Es folgte ein gut 90-minütiges Potpourri aus alten und neuen Hits der Postrock-/Indietronica-Pioniere, das vor allem durch seine optische Untermalung überzeugen konnte. Während des gesamten Sets wurden hinter und neben die Bühne wunderbare, häufig perfekt mit der Musik und Ihren Breaks synchronisierte Filmcollagen projeziert. Hier konnte man abtauchen in eine Welt aus Flugzeugen, Dampfloks, Schaltplänen, Anatomieskizzen, Weltraumfotos und roten Fingernägeln. Auf der akustischen Seite erwartete den Zuschauer eine präzise und intensiv spielende Band, die als besonderes Bonbon von einem souveränen Berliner Streicherensemble unterstützt wurde, das man extra für den Abend engagiert hatte. Auch der Mischer machte einen guten Job: der Sound war transparent und druckvoll, E-Pianos, Gitarren, Bass, Schlagzeug, Glockenspiel, Beats und die bereits erwähnten Streicher harmonierten großartig. Trotz einer rundum gelungenen Darbietung begann ich mich allerdings nach der ersten Hälfte der Show ein wenig zu langweilen. Das könnte u.a. darauf zurückzuführen sein, dass die Musik von The Album Leaf auf Dauer doch wenige Höhepunkte und Spannungsmomente bietet. Zu repetitiv sind die Songs, zu ähnlich das Tempo der Stücke. Wie sagte meine Thekennachbarin aus Montreal: „Für die optimale Genuss müsste man... äh... rauchen...“ - und zwar bestimmt keine handelsüblichen Filterkippen. Der größte Teil des Lido-Publikums an diesem Donnerstagabend hatte allerdings auch bei Bier und Softdrinks eine gute Zeit.


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