
Marybell Katastrophy
18.05.09 - Kulturkirche Köln / Köln
Konzert-Bericht: Martina
Foto: Martina
Dieser Abend gehört eigentlich den Frauen. Doch ganz ohne Männer kommt auch keine der heutigen Bands aus.Die Dänin Marybell Katasrophy hat gleich zwei Herren im Schlepptau dabei, die für den ausschweifenden Sound aus Samples und Elektronik zuständig sind und Miss Katsatrophy zu ihrem Gitarrenspiel begleiten. Als das Trio den Auftakt macht, scheint noch das letzte Abendlicht durch die Kirchenglasscheiben. So zwielichtig wie die Beleuchtung, ist auch die Musik: eigensinnig und gegen die Norm, äußerst abgefahren und schrill oder auch sanft poppig und stark elektronifiziert. Passend gegenseitig unpassend dazu sind auch die Outfits der drei Musiker. Die Frontfrau mag es mädchenhaft im verspielten Kleidchen. Der Mann links daneben hat es lieber salopp im bequemen Skelettoverall. Der Keyboarder hingegen trägt einfach nur Jeans und T-Shirt. Um das Mikrophon wird noch eine Girlande aus Plüschtierchen geschlungen. Auch ihre Musik braucht Marybell Katastrophy nicht zu verstecken. Der wundersame Schnörkel aus experimentell-glamourösem Zickzack erntet viel Applaus und ist mit seiner Andersartigkeit ein optimaler Begleiter für diese Nacht.
Nun heißt es: Dreamtime - Dreamshow. Die zauberhafte Natascha Khan nimmt die Kölner mit auf einen kleinen Trip der mystischen Illusionen. Jede freie Stelle zwischen den Bühnenaufbauten ist mit skurrilen Gegenständen geschmückt. Weiße Engel, deren Flügel die Farbe wechseln und der klassische Rotwildkopf an der Wand darf auch nicht fehlen. Kitsch muss genossen werden. Und etwas Firlefanz darf es gerne sein, weil stilgerecht und passend zur Musik. Genauso wie die Einordnung irgendwo zwischen Kate Bush und Björk. Als die Beleuchtung in der Kulturkirche verblasst und die merkwürdige Bühnendeko nur im Schein des farbigen Lichtes vor sich hin schimmert, werden die Figuren ein Teil der Fabelwelt und bekommen ein ganz anderes Aussehen. Die Begleitmusiker, darunter auch Ex-Ash Charlotte Hatherley, starten in die geheimnisvolle Bat For Lashes-Märchenwelt.
Als schwarz-weißer Kontrast nimmt Natascha Khan ihren Platz mitten im kunterbunten Geschehen ein. Sie schreitet im gedämpften Zucken der Scheinwerfer auf und ab. Fast schüchtern erscheint die Frau der traumhaften Klänge als sie mit riesigem Applaus begrüßt wird. Mit dem aktuellen Longplayer „Two Suns“ setzt sie die Reise fort. Die talentierte Sängerin legt das Mikro aus der Hand, um die Gitarre zu übernehmen. Nicht das einzige Instrument, das Natascha an diesen Abend spielen wird. Das Klavier teilt sie sich mit Charlotte Heatherley, die frühere Ash-Bassistin übernimmt dafür auch das Kreieren diverser Soundeffekte, die quasi als I-Tüpfelchen in den einzelnen Songs fungieren. Die ruhigen Melodien laden stets zum Träumen ein, die Stille der Zuschauer weißt nicht zu Unrecht auf die atemberaubenden Momente hin.
Was bleibt am Ende? Dreamtime? Dreamshow? Beides.
->Bildergalerie zum Marybell Katastrophy-Set
->Bildergalerie zum Bat For Lashes-Set
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