Konzerte

Bell X1

Bell X1

Tadhg Cooke

 

05.05.08 - Luxor / Köln

Konzert-Bericht:  Martina

Foto: Martina

 

 

 

Mit Nada Surf durch Deutschland. Da bietet es sich für die Iren aus Celbridge doch förmlich an, an ihrem supportfreien Tag für einen kurzen Abstecher nach Kölle zu kommen. Passenderweise liegt diese schöne Stadt einladend nah am nächsten Reiseziel. In ihrer Heimat füllen Bell X1 Hallen in der Größe des Luxors mit einem Wimpernzucken. In Deutschland allerdings mutiert das Konzert auch zu einem intimen Gig. Es herrscht gähnende Leere, die wenigen Besucher stehen breit verteilt im Saal umher.

Einen eigenen Support haben sie aus ihrer Heimat mitgebracht. Den sympathischen Singer/Songwriter Tadhg Cooke. Nur mit seiner Gitarre steht er genauso verloren auf der Bühne vor den aufgebauten Instrumenten des Hauptacts wie die anwesenden Zuschauer davor. Es wird eine unterhaltsame, kurzweilige halbe Stunde. Die Ansagen werden mit viel Charme und soweit möglich auf Deutsch gehalten. Was nicht so schnell übersetzt werden kann, mischt der Sänger in seiner Heimatsprache ergänzend zwischen die Worte. So klärt Cooke auch darüber auf, dass seine Texte wirklich gut sind. Gar besser als die Musik dazu.

Als es soweit ist und Bell X1 das Luxor übernehmen, verschwindet auch die Distanz der Gäste. Die Besucherzahl hat sich inzwischen auf geschätzte 50 Köpfe verdoppelt. Der Instrumentenaufbau sieht mit zwei Tasteninstrumenten und dem auf einem Podest aufgebauten Schlagzeug schon mal viel versprechend aus. Gelassen treten die fünf Herren ins Rampenlicht und legen mit „Bad Skin Day“ routiniert los. Nicht nur die Songs des kürzlich veröffentlichten, dritten Longplayers „Flock“ stehen bei diesem Event im Mittelpunkt. Um sich beim deutschen Publikum ausreichend vorzustellen, gleicht die Setlist einem Best Of des mittlerweile achtjährigen Bandbestehens. In einer Hälfte des Konzerts dominiert die Melancholie verträumt schmelzend. Die andere wird rhythmisch tanzbar. Für körperliches Schwanken werden die Melodien von „Alphabet Soup“ und „And She Was“ unwiderstehlich angenommen. Paul Noonan ist nicht nur für den Gesang zuständig, bei den meisten Songs spielt er zusätzlich die Akustik Gitarre. Damit der Sound in den instrumentalen Passagen ordentlich kracht, stehen für den Frontmann zwei Snare-Drums neben dem Mikrophon griffbereit. Wenn Noonan ohne Saiteninstrument auf der Bühne steht, tänzelt er im Takt zu „Snakes And Snakes“ ausschweifend umher. Dieses Bewegen erinnert spontan an drei Personen: Tim Booth (James), Felix Räuber (Polarkreis 18) und Herbert Grönemeyer. Von jeder Person ein oder zwei Schritte abgeschaut, ergibt sich die Bell X1-Tanzeinlage. „Rocky Tool A Lover“ ist feinster, einnehmender Indiepop, der die Zuschauer sogleich wieder in Bewegung setzt. Für nicht Wissende wird erklärt, dass „Eve, The Apple Of My Eye“ als Untermalung für eine Liebesszene in der Serie „O.C. California“ Verwendung fand. Die ruhigen Momente finden an diesen Abend dann auch besonders Anklang, vielleicht wegen der familiären Atmosphäre.

Der Applaus aus nur hundert Händen kommt zwar nicht an die Lautstärke ran, die Bell X1 von ihren Auftritten in der Heimat gewohnt sind, klingt für die Menge an Leuten aber enorm. Die Band bedankt sich für den Besuch und kündigt an, dass es nicht bei diesem einen Konzert in Köln bleiben wird. „I´ll See Your Heart And I`ll Raise Your Mind“ - der gehauchte Gesang mit akustischem Hintergrund und weichen Tastenklängen ist denn auch die passende Verabschiedung. Die aufgeheizten Körper werden mit einer Gänsehaut in die lauwarme Nacht entlassen.

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www.bellx1.com

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